Traditionell findet das Studium an der Universität statt: Nach dem Abitur schreibt man sich ein, zieht in ein Studentenwohnheim oder eine WG (Wohngemeinschaft), sitzt jeden Tag in Hörsälen und Seminarräumen, isst in der Mensa und lernt in der Bibliothek, und abends ist Party angesagt. Zumindest ist das das übliche Klischee, wenn es um das Studium geht. Das ist jedoch nicht ganz richtig, denn die wenigstens Studierenden tun dies tatsächlich in Vollzeit.

Verschiedene Formen des Studiums

Traditionell findet das Studium an einer Universität statt

Das Studium an der Universität, Hochschule und Fachhochschule gibt es natürlich immer noch, und das läuft auch, sofern in Vollzeit studiert wird, so oder ähnlich ab. Aber die wenigsten Studierenden studieren in Vollzeit – viele arbeiten nebenher, haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sind gar pensioniert und Gasthörer beziehungsweise Gasthörerinnen. Das Studium ist längst nicht mehr eine Art der Berufsvorbereitung, sondern dient häufig der Weiterbildung, Umschulung, dem Aufbau von Wissen oder schlicht der Befriedigung von Wissensdurst. Neben dem Präsenzstudium kann auch per Fernunterricht studiert werden: über Fernakademien. Aber auch Universitäten und Hochschulen bieten Fernstudiengänge an, die größtenteils von zu Hause aus absolviert werden können. In Abendschulen, den Volkshochschulen und den Industrie- und Handelskammern sowie privaten Bildungsinstituten kann man Abendkurse belegen, die unter Umständen ganze Studiengänge sind und in akademischen Graden enden. So ist das Studium in der Elternzeit, berufsbegleitend, in Teilzeit möglich. Eine weitere Sonderform ist das duale Studium, das die praktische Berufsausbildung mit der Bildung von theoretischem Wissen und Können verbindet.

Präsenzstudium: in Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend

An den Universitäten und Hochschulen kann in Vollzeit oder Teilzeit studiert werden. Das heißt, dass Studierende zwischen wenigen Stunden monatlich bis hin zu 40 oder (abhängig vom Studiengang) auch 60 Stunden wöchentlich im Unterricht anwesend sein müssen. Das erfordert, platt ausgedrückt, körperliche Präsenz: Man sitzt im Seminarraum oder Hörsaal. Je nach Studiengang werden mehr oder weniger Anwesenheitsstunden verlangt, Klausuren werden geschrieben, mündliche Prüfungen absolviert und praktische Arbeiten angefertigt. Praktika sorgen in der vorlesungsfreien Zeit dafür, dass das erworbene Wissen auch praktisch angewandt werden kann.

Teilzeitstudierende üben in der Regel neben dem Studium einen Beruf aus. Sie belegen Kurse, die sie nach Feierabend, an den Wochenenden oder im Urlaub besuchen können, häufig sogenannte Blockseminare, die Wissen kompakt und intensiv vermitteln. Ein Teilzeitstudium zieht sich über einen längeren Zeitraum hin als ein Vollzeitstudium, bietet aber durch die Berufstätigkeit finanzielle Unabhängigkeit.

Das berufsbegleitende Studium sieht vor, dass die im Studium erworbenen Kenntnisse im beruflichen Alltag direkt angewandt werden können. Solche Studiengänge werden normalerweise von Fachhochschulen in Kooperation mit Ausbildungsstätten und Firmen angeboten und sollen Angestellten die Möglichkeit geben, sich trotz bereits bestehender Berufstätigkeit auf hohem Niveau fortzubilden und die neu erworbenen Fähigkeiten sofort umzusetzen.

Duales Studium: Ausbildung und Studium

Viele Gebiete erfordern heute eine enorme Basis an Wissen und theoretischen Grundlagen, die im Rahmen einer klassischen Ausbildung nicht vermittelt werden können. Dennoch brauchen diese Berufe auch die praktische Ausbildung. Zu diesem Zweck wurde das duale Studium geschaffen. In abwechselnden Unterrichtsblöcken beschäftigen sich die Auszubildenden und Studierenden mit Hintergrundwissen und praktischen Übungen. Wie während eines Studiums wird in Seminarräumen und Hörsälen gelernt, und wie bei einer klassischen Ausbildung finden in Ausbildungsbetrieben praktische Einweisungen statt. Der praktische Teil des dualen Studiums wird, wie bei einer herkömmlichen Ausbildung, vergütet, während der theoretischen Einheiten erinnert das Prozedere eher an ein Studium. Das duale Studium endet mit der abgeschlossenen Ausbildung, nicht mit einem akademischen Grad, denn es handelt sich immer noch um Ausbildungsberufe, die so unterrichtet werden.

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